Wer ein Unternehmen kauft, ohne es vorher gründlich zu prüfen, geht ein Risiko ein, das sich in Zahlen oft erst nach dem Closing zeigt. Die Due Diligence beim Unternehmenskauf ist kein bürokratischer Formalismus, sondern das zentrale Instrument, um versteckte Risiken aufzudecken, den Kaufpreis realistisch zu bemessen und die Vertragsgestaltung auf eine solide Grundlage zu stellen. In Österreich gelten dabei besondere gesellschaftsrechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen, die eine sorgfältige Prüfung unverzichtbar machen. Dieser Beitrag fasst zusammen, was Käufer und Verkäufer über die Due Diligence wissen müssen, welche Prüfungsarten es gibt und wie der Ablauf in der Praxis aussieht.
Was ist eine Due Diligence beim Unternehmenskauf?
Der Begriff „Due Diligence“ stammt aus dem angloamerikanischen Rechtsraum und bedeutet wörtlich übersetzt „gebotene Sorgfalt“. Im Kontext von Unternehmenskäufen und -zusammenschlüssen bezeichnet die Due Diligence eine umfassende, systematische Prüfung des Zielunternehmens vor Abschluss der Transaktion. Dabei werden alle wesentlichen rechtlichen, wirtschaftlichen, steuerlichen und operativen Aspekte des Unternehmens analysiert.
Im Prozess einer Unternehmensübernahme oder Fusion ist die Due-Diligence-Prüfung von entscheidender Bedeutung. Bei dieser Prüfung werden alle wichtigen Aspekte des Zielunternehmens, einschließlich seiner rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Aspekte, genauestens analysiert. Die Durchführung einer Due Diligence wird in der Regel von externen Beratern übernommen und abhängig von verschiedenen Faktoren, wie der Größe des Zielunternehmens und seinem Geschäftsbereich, kann der Prüfumfang variieren.
In Österreich wird die Due Diligence nicht durch ein einzelnes Gesetz geregelt. Sie ergibt sich vielmehr aus allgemeinen Sorgfaltspflichten, insbesondere aus § 25 GmbHG (Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns) und § 84 AktG. Für die Geschäftsführung der Erwerbsgesellschaft ist die Durchführung einer ordnungsgemäßen Due Diligence Teil der gesetzlichen Sorgfaltspflicht. Wer als Geschäftsführer ein Unternehmen erwirbt, ohne es zuvor angemessen geprüft zu haben, riskiert eine persönliche Haftung gegenüber der eigenen Gesellschaft. Weitere Informationen zum Unternehmenskauf und M&A finden Sie auf unserer Schwerpunktseite.
Der Mehrwert einer Due Diligence beim Unternehmenskauf
Die Due Diligence ist ein entscheidender Schritt bei Unternehmenskäufen und -zusammenschlüssen. Doch warum ist sie so wichtig? Die Antwort liegt in mehreren konkreten Vorteilen, die eine sorgfältige Prüfung mit sich bringt.
Transparenter Überblick über das Zielunternehmen
Einer der Hauptgründe für die Durchführung einer Due Diligence ist, dass sie einen transparenten Überblick über das Zielunternehmen bietet. Man erhält Einblicke in die Stärken, Schwächen und Risiken des Unternehmens. Dies ist entscheidend, um fundierte Entscheidungen zu treffen und sich vor unvorhergesehenen Überraschungen zu schützen.
Individuell angepasste Vertragsgestaltung
Ein weiterer Vorteil der Due Diligence ist, dass sie die Grundlage für eine maßgeschneiderte Vertragsgestaltung bildet. Indem man ein detailliertes Verständnis des Unternehmens und seiner Risiken erhält, kann man Verträge gestalten, die diese Risiken minimieren. So wird sichergestellt, dass der Vertrag die spezifischen Bedürfnisse des Einzelfalls berücksichtigt.
Berechnung und Ausgestaltung des Kaufpreises
Die Due Diligence bildet zudem die Basis für die Kaufpreisberechnung und -ausgestaltung. Sie stellt sicher, dass man keine „Black Box“ kauft, indem sie die verborgenen Aspekte des Unternehmens aufdeckt. Eine gründliche Bewertung der finanziellen und operativen Aspekte des Unternehmens führt zu einer angemessenen Kaufpreisfestsetzung.
Mehr als nur Zahlen: Aktiva und Passiva
Ein Unternehmen ist nicht nur eine Ansammlung von Aktiva und Passiva. Es ist ein komplexes Gebilde, das ständigen Veränderungen unterliegt. Die Due Diligence erkennt dies an und berücksichtigt die Dynamik des Unternehmens. Sie geht über die bloße Analyse von Finanzdaten hinaus und bezieht auch andere Faktoren mit ein, die für den langfristigen Erfolg des Unternehmens entscheidend sein können.
Reduzierung des Haftungsrisikos der Geschäftsführung
Nicht zu vergessen ist auch, dass die Due Diligence das persönliche Haftungsrisiko der Geschäftsführung der Erwerbsgesellschaft minimieren kann. Laut Rechtsprechung ist es Teil der Sorgfaltspflicht der Geschäftsführung, eine ordnungsgemäße Due Diligence vor dem Unternehmenskauf durchzuführen. Dies schützt sowohl das Unternehmen als auch die Geschäftsführung vor rechtlichen Konsequenzen.
Die Vielfältigkeit der Due Diligence: Arten im Überblick
Abhängig von der Größe, Struktur und Branche des Zielunternehmens muss der Prüfungsinhalt entsprechend angepasst werden. Die folgenden Bereiche bilden die Kernbestandteile einer umfassenden Due-Diligence-Prüfung.
Legal Due Diligence
Die Legal Due Diligence nimmt eine eingehende Analyse der rechtlichen Aspekte des Zielunternehmens vor. Hierzu gehören die gesellschaftsrechtliche Struktur, die Organe der Gesellschaft, arbeitsrechtliche Aspekte, Verträge mit Kunden und Lieferanten, die Einhaltung datenschutzrechtlicher Bestimmungen und vieles mehr. In Österreich ist besonderes Augenmerk auf die Firmenbucheinträge, das Grundbuch bei Liegenschaftsvermögen und bestehende Aufgriffs- oder Vorkaufsrechte der Gesellschafter zu legen. Wer mehr über die gesellschaftsrechtlichen Grundlagen erfahren möchte, findet auf unserer Schwerpunktseite weiterführende Informationen.
Tax Due Diligence
Die Tax Due Diligence konzentriert sich auf die aktuelle steuerliche Situation des Zielunternehmens sowie die möglichen zukünftigen steuerlichen Entwicklungen. Sie kann als eine Art vorgezogene Betriebsprüfung angesehen werden. In Österreich sind dabei insbesondere die Körperschaftsteuer, die Umsatzsteuer, lohnsteuerliche Aspekte und etwaige offene Verfahren vor dem Bundesfinanzgericht zu prüfen. Bei Share Deals ist zusätzlich die Grunderwerbsteuer relevant, wenn das Zielunternehmen Liegenschaften hält (§ 1 Abs 2a GrEStG).
Financial Due Diligence
Im Rahmen der Financial Due Diligence wird die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage des Zielunternehmens analysiert. Dies ist besonders wichtig für die Berechnung des Kaufpreises und der Kaufpreismodalitäten. Die Prüfung umfasst unter anderem die Jahresabschlüsse der letzten drei bis fünf Jahre, Planungsrechnungen, Working-Capital-Analysen und die Bewertung stiller Reserven oder stiller Lasten.
Commercial Due Diligence
Die Commercial Due Diligence bietet eine eingehende Analyse des Geschäftsmodells und des Marktes des Zielunternehmens. Sie prüft insbesondere die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und ist oft eng mit der Financial Due Diligence verknüpft. Geprüft werden Marktanteile, Wettbewerbssituation, Kundenstruktur und die Abhängigkeit von einzelnen Kunden oder Lieferanten.
Technical Due Diligence
Die Technical Due Diligence analysiert den technischen Zustand der Betriebsanlagen des Zielunternehmens, erstellt Prognosen über die verbleibende Nutzungsdauer und überprüft die Qualität der hergestellten Produkte. Bei produzierenden Unternehmen oder Immobiliengesellschaften ist dieser Prüfungsbereich besonders relevant.
Environmental Due Diligence
Die Environmental Due Diligence befasst sich mit der Beurteilung der Umweltrisiken, die das Zielunternehmen mit sich bringt oder denen es ausgesetzt ist. Altlasten, Kontaminierungen und die Einhaltung umweltrechtlicher Auflagen (etwa nach dem Altlastensanierungsgesetz oder dem AWG 2002) können erhebliche finanzielle Risiken bergen.
Compliance Due Diligence
Die Compliance Due Diligence prüft potenzielle Compliance-Risiken und Verstöße des Zielunternehmens, einschließlich Verstöße gegen Wettbewerbs-, Kartell- und Datenschutzrecht sowie Korruptionsdelikte und Geldwäsche. In Österreich ist die Einhaltung des Verbandsverantwortlichkeitsgesetzes (VbVG) von Bedeutung, das juristische Personen für Straftaten ihrer Entscheidungsträger und Mitarbeiter verantwortlich machen kann.
| Prüfungsbereich | Fokus | Typische Prüfer |
|---|---|---|
| Legal DD | Verträge, Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Grundbuch | Rechtsanwälte |
| Tax DD | Steuerliche Risiken, offene Verfahren, Betriebsprüfungen | Steuerberater / WP |
| Financial DD | Vermögens-, Ertrags-, Finanzlage, Working Capital | WP / Unternehmensberater |
| Commercial DD | Geschäftsmodell, Markt, Wettbewerb, Kundenstruktur | Unternehmensberater |
| Technical DD | Anlagenzustand, Nutzungsdauer, Produktqualität | Technische Sachverständige |
| Environmental DD | Altlasten, Umweltauflagen, Kontaminierungen | Umweltsachverständige |
| Compliance DD | Kartellrecht, Datenschutz, Korruption, VbVG | Rechtsanwälte / Compliance-Berater |
Full Scope vs. Red Flag: Due-Diligence-Modelle im Vergleich
Im Kontext von Unternehmenskäufen und -investitionen stehen insbesondere zwei Modelle im Fokus: Die „Full Scope Due Diligence“ und die „Red Flag Due Diligence“. Doch was zeichnet diese beiden Optionen aus und wie unterscheiden sie sich?
Full Scope Due Diligence: Die umfassende Prüfung
Bei der Full Scope Due Diligence wird das Zielunternehmen in allen relevanten Bereichen vollständig geprüft. Jeder Vertrag, jede Bilanzposition, jedes Arbeitsverhältnis und jedes potenzielle Risiko wird erfasst und bewertet. Der Ergebnisbericht ist entsprechend umfangreich und bildet die Grundlage für die Kaufpreisverhandlungen, die Vertragsgestaltung und die Integrationsplanung. Diese Variante ist der Goldstandard, erfordert aber mehr Zeit und höhere Kosten.
Red Flag Due Diligence: Identifizierung von Deal Breakern
Das Hauptziel der Red Flag Due Diligence besteht darin, potenzielle Deal Breaker zu identifizieren. Im Gegensatz zur Full Scope Due Diligence wird hierbei auf eine umfassende und erläuternde Darstellung der Unternehmensstruktur verzichtet. Die Red Flag Due Diligence eignet sich besonders dann, wenn aus bestimmten Gründen (beispielsweise aus Zeitgründen) auf eine vollständige Due Diligence verzichtet werden soll.
Kombinationsmodelle: Maßgeschneiderte Lösungen
Selbstverständlich sind auch Kombinationen aus beiden Modellen möglich. In bestimmten Fällen können spezifische Bereiche detaillierter ausgestaltet werden, vor allem wenn sie von besonderer Bedeutung sind oder es Hinweise auf spezifische Risiken gibt. Ein gestaffeltes Vorgehen kann aus Gründen der Effizienz und Kostensenkung vorteilhaft sein. Es ist sinnvoll, zunächst mit einer Red Flag Due Diligence zu beginnen. Wenn keine Deal Breaker ersichtlich sind und der Entschluss zum Kauf des Unternehmens gefestigt ist, kann anschließend in eine Full Scope Due Diligence übergegangen werden.
Vollständige Analyse aller Bereiche: Legal, Tax, Financial, Commercial, Technical, Environmental, Compliance. Jeder Vertrag und jede Bilanzposition wird geprüft.
Konzentration auf potenzielle Deal Breaker und wesentliche Risiken. Verzichtet auf umfassende Darstellung der Unternehmensstruktur. Schneller und kostengünstiger.
Due Diligence aus unterschiedlichen Perspektiven
Die Due Diligence wird nicht nur vom Käufer durchgeführt. Auch der Verkäufer kann und sollte eine eigene Prüfung vornehmen. Die Perspektive bestimmt den Fokus und das Ziel der Prüfung grundlegend.
Käufer Due Diligence: Auf der Suche nach Risiken
Die Käufer Due Diligence, auch bekannt als Buyer Due Diligence oder Buy Side Due Diligence, findet statt, wenn der potenzielle Käufer die Prüfung in Auftrag gibt. Dieser Prozess zielt darauf ab, mögliche Risiken zu identifizieren, die den Wert des Unternehmens mindern könnten. Hierbei kann es sich um Faktoren handeln, die vor der Transaktion beseitigt werden müssen oder die während des Verkaufsprozesses angemessen berücksichtigt werden müssen, zum Beispiel durch Garantien oder Freistellungsverpflichtungen. Wenn dabei gravierende Risiken entdeckt werden, können diese Deal Breaker die Verhandlungen sogar zum Scheitern bringen.
Verkäufer Due Diligence: Vorbereitung auf den Verkauf
Die Vendor Due Diligence oder Verkäufer Due Diligence findet vor der Käufer Due Diligence statt und wird vom Verkäufer initiiert. Der Verkäufer strebt mit dieser Prüfung eine objektive Bewertung seines Unternehmens an. Die Identifikation potenzieller Risiken, die den Verkaufsprozess oder den gewünschten Verkaufspreis beeinträchtigen könnten, ist hierbei von großer Bedeutung. Diese Risiken sollten vor der Kontaktaufnahme mit potenziellen Käufern erkannt und beseitigt werden. Zudem kann der Verkäufer durch diesen Prozess wertsteigernde Potenziale erkennen und optimieren.
Die Rolle des Vendor Due Diligence-Berichts
Der VDD-Bericht, oft auch als Fact Book bezeichnet, wird potenziellen Käufern nach Unterzeichnung einer Geheimhaltungsvereinbarung zu Beginn der Verhandlungen vorgelegt. So erhalten sie einen transparenten und fundierten Überblick über das Zielunternehmen. Diese Praxis hat sich in Bieter- und Auktionsverfahren als Standard etabliert.
Durch die Durchführung der Vendor Due Diligence kann der Verkäufer potenzielle Risiken identifizieren und eliminieren, bevor der Käufer sie entdeckt. Auf diese Weise kann er eine effektive Verkaufsstrategie gemeinsam mit seinen Beratern erarbeiten und hat eine klare Verhandlungsposition.
Obwohl der VDD-Bericht von externen Beratern erstellt wird, sollte der Käufer trotzdem eine eigene, wenn auch reduzierte, Prüfung durchführen. Denn es ist wichtig zu verstehen, dass jede Due-Diligence-Prüfung einzigartig ist und bestimmte Aspekte erfordert, die für die spezifischen Bedürfnisse des Käufers relevant sind.
Ziel: Risiken identifizieren, die den Unternehmenswert mindern
Initiator: Potenzieller Käufer
Zeitpunkt: Nach Letter of Intent / Exklusivität
Ergebnis: Grundlage für Kaufpreisverhandlung, Garantien, Freistellungen
Ziel: Objektive Bewertung, Schwachstellen proaktiv beseitigen
Initiator: Verkäufer (vor Kontaktaufnahme mit Käufern)
Zeitpunkt: Vor Beginn des Verkaufsprozesses
Ergebnis: VDD-Bericht (Fact Book) für potenzielle Käufer
Ablauf und Dauer einer Due Diligence in Österreich
Der typische Ablauf einer Due Diligence folgt einem strukturierten Prozess, der je nach Transaktionsgröße und Komplexität des Zielunternehmens variiert. In der Praxis dauert eine Due Diligence bei mittelständischen Unternehmen in Österreich zwischen vier und zwölf Wochen.
Festlegung des Prüfungsumfangs, Auswahl der Berater (Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer), Erstellung der Request List (Dokumentenanforderung an den Verkäufer).
Der Verkäufer stellt die angeforderten Unterlagen in einem virtuellen Datenraum (VDR) bereit. Zugang erfolgt nach Unterzeichnung der Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA).
Systematische Analyse aller bereitgestellten Unterlagen durch die jeweiligen Fachberater. Identifikation von Risiken, offenen Fragen und fehlenden Dokumenten.
Gespräche mit der Geschäftsführung und Schlüsselpersonen des Zielunternehmens. Besichtigung der Betriebsstätten, Anlagen und Liegenschaften.
Erstellung des zusammenfassenden Berichts mit Risikobewertung, Empfehlungen und Handlungsvorschlägen. Unterscheidung zwischen wesentlichen Risiken (Deal Breaker) und beherrschbaren Risiken.
Übernahme der Erkenntnisse in den Kaufvertrag: Garantien, Freistellungen, Kaufpreisanpassungsklauseln, Rücktrittsrechte oder Bedingungen für das Closing.
Die Dauer hängt von mehreren Faktoren ab: Wie schnell stellt der Verkäufer die Unterlagen bereit? Wie komplex ist die Unternehmensstruktur? Wie viele Jurisdiktionen sind betroffen? Bei einfachen Transaktionen im Inland kann eine fokussierte Red Flag Due Diligence in zwei bis drei Wochen abgeschlossen werden. Bei grenzüberschreitenden Transaktionen oder Konzernen mit mehreren Tochtergesellschaften sind drei bis sechs Monate keine Seltenheit.
Kosten der Due Diligence: Womit Sie rechnen müssen
Die Kosten einer Due Diligence hängen vom Umfang der Prüfung, der Größe des Zielunternehmens und der Anzahl der eingebundenen Berater ab. Eine pauschale Aussage ist daher nicht möglich, aber die folgenden Richtwerte geben eine Orientierung für den österreichischen Markt.
| Transaktionsvolumen | Typischer DD-Umfang | Geschätzte Kosten |
|---|---|---|
| Bis 500.000 € | Red Flag (Legal + Tax) | 5.000 – 15.000 € |
| 500.000 – 2 Mio. € | Fokussiert (Legal + Tax + Financial) | 15.000 – 40.000 € |
| 2 – 10 Mio. € | Full Scope | 40.000 – 120.000 € |
| Über 10 Mio. € | Full Scope + Spezialprüfungen | 100.000 € + |
Die Kosten mögen auf den ersten Blick hoch erscheinen. Gemessen am Transaktionsvolumen und den potenziellen Risiken, die ohne Prüfung unentdeckt bleiben, sind sie aber eine Investition in die Absicherung der Transaktion. Ein nach dem Closing entdecktes Steuerrisiko oder ein verdeckter Rechtsstreit kann ein Vielfaches der Due-Diligence-Kosten ausmachen.
Due-Diligence-Checkliste für den Unternehmenskauf
Die folgende Checkliste gibt einen Überblick über die wesentlichen Dokumente und Informationen, die im Rahmen einer Due Diligence angefordert und geprüft werden. Sie dient als Ausgangspunkt und muss je nach Branche und Transaktionsstruktur (Share Deal oder Asset Deal) angepasst werden.
Österreichische Besonderheiten bei der Due Diligence
Wer eine Due Diligence in Österreich durchführt, muss einige landesspezifische Besonderheiten kennen, die sich von der deutschen oder angloamerikanischen Praxis unterscheiden.
Gerade die Notariatsaktpflicht und die Aufgriffsrechte werden von Käufern, die aus dem deutschen oder angloamerikanischen Rechtsraum kommen, oft unterschätzt. In unserer Praxis sehen wir regelmäßig, dass diese Besonderheiten den Zeitplan der Transaktion beeinflussen und frühzeitig in die Planung einbezogen werden müssen.
Häufige Fehler bei der Due Diligence
Auch bei professionell durchgeführten Transaktionen treten immer wieder typische Fehler auf, die den Erfolg der Due Diligence gefährden. Die folgenden Stolperfallen begegnen uns in der Beratungspraxis am häufigsten.
Sonderfall: Due Diligence bei Unternehmensnachfolge
Bei der familieninternen Unternehmensnachfolge wird die Due Diligence oft als überflüssig betrachtet, weil die Beteiligten sich kennen und vertrauen. Das ist ein Trugschluss. Gerade bei Familienunternehmen bestehen häufig gewachsene Strukturen, informelle Vereinbarungen und steuerliche Altlasten, die nur durch eine professionelle Prüfung ans Licht kommen. Auch für die Bewertung im Rahmen einer Schenkung oder eines Pflichtteilsverzichts ist eine ordentliche Due Diligence die Grundlage.
Sonderfall: Grenzüberschreitende Transaktionen
Wenn das Zielunternehmen Tochtergesellschaften im Ausland hat oder der Käufer aus einer anderen Jurisdiktion kommt, steigt die Komplexität der Due Diligence erheblich. Unterschiedliche Rechtssysteme, Steuerregime und Compliance-Anforderungen müssen koordiniert werden. In solchen Fällen wird üblicherweise ein Lead Counsel bestimmt, der die lokalen Berater in den einzelnen Jurisdiktionen koordiniert.
Häufige Fragen zur Due Diligence beim Unternehmenskauf
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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Die Rechtslage im Einzelfall hängt von verschiedenen Faktoren ab. Stand: April 2026.