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GmbH gründen in Österreich – Ihr Anwalt in Salzburg

Die GmbH ist Österreichs beliebteste Gesellschaftsform – und seit 2024 mit nur 10.000 € Stammkapital deutlich leichter zugänglich. Wir begleiten Gründer in Salzburg von der ersten Idee über den Gesellschaftsvertrag bis zur Eintragung im Firmenbuch.

Was kostet eine GmbH-Gründung? Welche Schritte sind nötig? Und worauf müssen Sie beim Gesellschaftsvertrag achten? Auf dieser Seite finden Sie Antworten – praxisnah und auf dem Stand von 2026.

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📑 Inhalt dieser Seite
→ Warum eine GmbH gründen? → Stammkapital seit 2024 – Was hat sich geändert? → GmbH-Gründung Schritt für Schritt → Der Gesellschaftsvertrag – Das Herzstück der GmbH → Kosten der GmbH-Gründung → Online-Gründung – Vereinfachte GmbH → Geschäftsführerhaftung → Besteuerung der GmbH → Häufige Fragen

Warum eine GmbH gründen?

Rund 85 % aller österreichischen Kapitalgesellschaften sind als GmbH organisiert. Der Grund ist einfach: Die GmbH kombiniert beschränkte Haftung mit vergleichsweise schlanker Struktur. Anders als beim Einzelunternehmen haftet der Gesellschafter nicht mit seinem Privatvermögen – das Risiko bleibt auf die Stammeinlage beschränkt.

Doch die GmbH ist nicht für jedes Vorhaben die richtige Wahl. Die Entscheidung hängt von Umsatz, Branche, Haftungsrisiko und persönlicher Steuersituation ab.

👤
Einzelunternehmen
Natürliche Person

Haftung: Unbeschränkt mit Privatvermögen

Kapital: Kein Mindestkapital

Steuern: ESt progressiv bis 55 %

Gründung: Gewerbeanmeldung genügt

Vorteil:
Kein Mindestkapital, einfachste Gründung, volle Kontrolle
🏢
GmbH
Kapitalgesellschaft

Haftung: Beschränkt auf Stammeinlage

Kapital: Mind. 10.000 € (seit 2024)

Steuern: KöSt 23 % + KESt bei Ausschüttung

Gründung: Notariatsakt + Firmenbuch

Beachten:
Doppelbesteuerung bei Ausschüttung, Jahresabschluss Pflicht

Ab welchem Gewinn sich eine GmbH steuerlich rechnet und worauf Sie bei der Entscheidung achten sollten, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag Einzelunternehmen oder GmbH.

Stammkapital seit 2024 – Was hat sich geändert?

Mit dem Gesellschaftsrechts-Änderungsgesetz 2023 (GesRÄG 2023) wurde das Mindeststammkapital der GmbH zum 1. Jänner 2024 dauerhaft von 35.000 € auf 10.000 € gesenkt. Die bisherige Gründungsprivilegierung (Stammkapital 10.000 € für zehn Jahre) ist damit weggefallen – das niedrigere Kapital gilt jetzt unbefristet.

💰 Stammkapital GmbH – Alt vs. Neu
Bis 31.12.2023 Seit 1.1.2024
Mindeststammkapital 35.000 € 10.000 €
Bareinzahlung bei Gründung 17.500 € (50 %) 5.000 € (50 %)
Gründungsprivilegierung 10.000 € für 10 Jahre Entfallen – 10.000 € unbefristet
Mindeststammeinlage pro Gesellschafter 70 € 1 €
Rechtsgrundlage: § 6 GmbHG i.d.F. GesRÄG 2023 (BGBl I 2023/187).

In der Praxis bedeutet das: Wer eine GmbH in Österreich gründen will, muss bei der Errichtung nur noch 5.000 € tatsächlich auf das Firmenkonto einzahlen. Die restlichen 5.000 € können als Sacheinlage erbracht oder zu einem späteren Zeitpunkt eingezahlt werden. Für viele Gründer in Salzburg hat diese Änderung die GmbH erstmals realistisch erschwinglich gemacht.

GmbH-Gründung Schritt für Schritt

Von der Idee bis zur eingetragenen GmbH vergehen in der Regel vier bis sechs Wochen. Der Ablauf folgt einem festen Schema – hier die einzelnen Schritte im Detail.

🏗️ GmbH gründen in Österreich – Ablauf
1
Beratung & Gesellschaftsvertrag erstellen
In einem ersten Gespräch klären wir Rechtsform, Struktur und Ihre Ziele. Danach erstellen wir den Gesellschaftsvertrag mit allen Pflichtinhalten (§ 4 GmbHG): Firma, Sitz, Unternehmensgegenstand, Stammkapital und Geschäftsanteile. Bei mehreren Gesellschaftern kommen Regelungen zu Gewinnverteilung, Abtretung und Nachfolge dazu.
2
Notariatsakt
Der Gesellschaftsvertrag muss in Form eines Notariatsakts errichtet werden (§ 4 Abs 3 GmbHG). Alle Gesellschafter unterzeichnen beim Notar. Gleichzeitig wird die Musterzeichnung des Geschäftsführers beglaubigt. Der Notar prüft die Identität, nicht die inhaltliche Qualität des Vertrags – dafür ist der Anwalt zuständig.
3
Stammeinlage einzahlen
Eröffnung eines Firmenkontos bei einer Bank und Einzahlung der Stammeinlage (mindestens 5.000 € bar). Die Bank stellt eine Einzahlungsbestätigung aus, die für die Firmenbucheintragung benötigt wird. Tipp: Manche Banken verlangen den Notariatsakt vor der Kontoeröffnung – klären Sie das vorab.
4
Gewerbeanmeldung
Anmeldung des Gewerbes bei der Bezirkshauptmannschaft (im Bundesland Salzburg) oder dem Magistrat. Je nach Tätigkeit als freies oder reglementiertes Gewerbe. Bei reglementierten Gewerben ist ein Befähigungsnachweis erforderlich – dieser kann auch durch einen gewerberechtlichen Geschäftsführer erbracht werden.
5
Eintragung ins Firmenbuch
Antrag beim Firmenbuchgericht (in Salzburg: Landesgericht Salzburg) mit Gesellschaftsvertrag, Bankbestätigung, Musterzeichnung und Gewerbeberechtigung. Erst mit der Eintragung entsteht die GmbH als eigene Rechtsperson. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel ein bis drei Wochen.
GmbH ist eingetragen – nächste Schritte
Nach der Eintragung folgen: Anmeldung beim Finanzamt (Steuernummer und UID), Anmeldung der Dienstnehmer bei der Sozialversicherung und Bestellung eines Steuerberaters für die laufende Buchhaltung und den Jahresabschluss. Auch AGB sollten Sie frühzeitig erstellen lassen.

Einen kompakten Überblick mit Checklisten und aktuellen Zahlen finden Sie in unserem Blogbeitrag GmbH gründen in Österreich 2026.

Der Gesellschaftsvertrag – Das Herzstück der GmbH

Der Gesellschaftsvertrag regelt das Innenleben der GmbH. Das GmbHG schreibt bestimmte Pflichtinhalte vor (§ 4 GmbHG) – doch der eigentliche Wert liegt in den optionalen Klauseln. Sie entscheiden, ob es im Streitfall oder bei einem Gesellschafterwechsel reibungslos läuft.

📋 Gesellschaftsvertrag GmbH – Pflicht vs. Optional
Pflichtinhalte (§ 4 GmbHG) Empfohlene optionale Klauseln
Firma (Name der GmbH) Aufgriffsrecht bei Anteilsabtretung
Sitz der Gesellschaft Abfindungsklausel bei Ausscheiden
Unternehmensgegenstand Wettbewerbsverbot für Gesellschafter
Höhe des Stammkapitals Gewinnverteilung abweichend von Anteilen
Stammeinlagen der Gesellschafter Nachfolgeklausel (Erbfall)
Beschlussmehrheiten (qualifizierte Mehrheit)
Ein individueller Gesellschaftsvertrag kostet zwar mehr als ein Mustervertrag – spart aber im Streitfall oft ein Vielfaches.

Welche Klauseln in der Praxis die größten Fehlerquellen sind und worauf Sie bei der Formulierung achten müssen, erfahren Sie in unserem Beitrag zum Gesellschaftsvertrag der GmbH in Österreich. Besonders bei mehreren Gesellschaftern empfehlen wir, auch die Kontrollrechte von Minderheitsgesellschaftern klar zu regeln.

Kosten der GmbH-Gründung

Die Gründungskosten setzen sich aus mehreren Posten zusammen. Die folgende Aufstellung gibt Ihnen eine realistische Orientierung – basierend auf unserer Erfahrung bei Gründungen in Salzburg.

🧮 GmbH-Gründung – Kostenaufstellung 2026
Posten Kosten (ca.) Hinweis
Notariatsakt 1.000–2.500 € Abhängig von Stammkapitalhöhe und Komplexität
Firmenbuchgebühren 493 € 44 € Eingabe + 449 € Eintragung (ab 1.4.2025)
Rechtsanwalt (Gesellschaftsvertrag) 600–2.000 € Einpersonen-GmbH günstiger als Mehrpersonen-GmbH
Gewerbeanmeldung ca. 50 € Bei reglementierten Gewerben ggf. höher
Stammeinlage (Bareinzahlung) 5.000 € Mindestens 50 % des Stammkapitals von 10.000 €
Gesamt (ohne Stammeinlage) ca. 2.100–5.000 € Neugründer sparen mit NeuFöG bis zu 493 €
Alle Beträge inkl. USt, sofern anwendbar. NeuFöG = Neugründungsförderungsgesetz – befreit echte Neugründungen von Firmenbuchgebühren.
💡 Praxistipp: Neugründungsförderungsgesetz nutzen
Wenn Sie zum ersten Mal ein Unternehmen gründen und eine neue gewerbliche Tätigkeit aufnehmen, greift das NeuFöG. Es befreit Sie von der Firmenbuch-Eintragungsgebühr (493 €), den Stempelgebühren und bestimmten Lohnnebenkosten in den ersten zwölf Monaten. Voraussetzung: Formular NeuFö 1 muss vor der Gründung bei der Wirtschaftskammer abgestempelt werden.

Online-Gründung – Vereinfachte GmbH

Seit 2018 können Einpersonen-GmbHs auch online gegründet werden – ohne persönlichen Notartermin. Das funktioniert über die Plattform des österreichischen Notariats und eine qualifizierte elektronische Signatur (Handy-Signatur oder ID Austria).

Die Online-Gründung hat allerdings Einschränkungen: Sie ist nur mit einer Mustersatzung möglich (§ 9a GmbHG). Individuelle Regelungen – etwa zu Nachfolge, Abtretungsbeschränkungen oder besonderen Beschlussmehrheiten – können nicht aufgenommen werden. Für Ein-Personen-GmbHs mit einfacher Struktur kann die Online-Gründung dennoch eine schnelle und günstige Option sein.

Mehr dazu in unserem Beitrag zur Online GmbH-Gründung in Österreich.

Geschäftsführerhaftung – Worauf Sie achten müssen

Die GmbH haftet als Gesellschaft mit ihrem Gesellschaftsvermögen. Das Privatvermögen der Gesellschafter bleibt grundsätzlich geschützt. Für den Geschäftsführer gilt das allerdings nicht uneingeschränkt: Er haftet persönlich, wenn er seine Sorgfaltspflichten verletzt (§ 25 GmbHG).

In der Praxis unterscheidet man zwischen Innenhaftung (gegenüber der Gesellschaft) und Außenhaftung (gegenüber Dritten – etwa dem Finanzamt bei nicht abgeführten Abgaben nach § 9 BAO). Besonders riskant: die Insolvenzverschleppungshaftung nach § 69 IO. Wer bei Zahlungsunfähigkeit nicht rechtzeitig Insolvenz anmeldet, haftet persönlich für den daraus entstehenden Schaden.

Abgaben nicht abgeführt
Werden Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträge oder Umsatzsteuer nicht rechtzeitig bezahlt, haftet der Geschäftsführer persönlich (§ 9 BAO). Das gilt auch dann, wenn die GmbH kein Geld hat – der Geschäftsführer muss die Abgaben gleichrangig mit anderen Gläubigern bedienen.
Insolvenzantrag zu spät gestellt
Bei Zahlungsunfähigkeit oder insolvenzrechtlicher Überschuldung muss der Geschäftsführer innerhalb von 60 Tagen einen Insolvenzantrag stellen (§ 69 IO). Wer diese Frist versäumt, haftet persönlich für den Quotenschaden der Gläubiger.
Sorgfaltspflichten missachtet
Der Geschäftsführer muss mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes handeln (§ 25 Abs 1 GmbHG). Fehlerhafte Investitionsentscheidungen oder mangelnde Überwachung der Buchhaltung können zur Innenhaftung gegenüber der Gesellschaft führen.

Alle Details zur Innen- und Außenhaftung haben wir in unserem Beitrag zur Geschäftsführerhaftung in der GmbH zusammengestellt.

Besteuerung der GmbH im Überblick

Die GmbH unterliegt der Körperschaftsteuer (KöSt) in Höhe von 23 % auf den Gewinn (seit 2024, zuvor 24 %). Die Mindest-KöSt beträgt seit der Senkung des Stammkapitals 500 € pro Jahr (5 % von 10.000 €) und ist auch dann fällig, wenn die GmbH keinen Gewinn macht.

Schüttet die GmbH Gewinne an die Gesellschafter aus, fällt zusätzlich Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5 % an. Das ergibt eine Gesamtsteuerbelastung auf ausgeschüttete Gewinne von rund 44,2 %. Ob es steuerlich günstiger ist, Gewinne in der GmbH zu belassen oder auszuschütten, hängt vom Einzelfall ab.

Einen ausführlichen Überblick finden Sie in unserem Beitrag Wie die GmbH in Österreich besteuert wird.

Häufige Fragen zur GmbH-Gründung

Wie lange dauert es, eine GmbH in Österreich zu gründen?
Von der ersten Besprechung bis zur Firmenbucheintragung vergehen in der Regel vier bis sechs Wochen. Die reine Bearbeitungszeit beim Firmenbuchgericht beträgt ein bis drei Wochen. Mit guter Vorbereitung – Gesellschaftsvertrag, Notartermin und Bankbestätigung zügig organisiert – geht es oft schneller.
Kann ich eine GmbH allein gründen?
Ja. Die Einpersonen-GmbH ist in Österreich ausdrücklich zulässig (§ 1 GmbHG). Eine Person ist gleichzeitig alleiniger Gesellschafter und kann auch Geschäftsführer sein. Bei der Einpersonen-GmbH ist sogar die vereinfachte Online-Gründung möglich.
Wann lohnt sich eine GmbH steuerlich?
Als Faustregel gilt: Ab einem nachhaltigen Gewinn von rund 80.000–100.000 € pro Jahr kann die GmbH steuerlich vorteilhaft sein – insbesondere wenn Gewinne nicht sofort ausgeschüttet, sondern in der Gesellschaft thesauriert werden. Die genaue Grenze hängt von Ihrer persönlichen Steuersituation ab und sollte mit einem Steuerberater berechnet werden.
Was ist der Unterschied zwischen Notar und Anwalt bei der GmbH-Gründung?
Der Notar beurkundet den Gesellschaftsvertrag – das ist gesetzlich vorgeschrieben. Er prüft allerdings nur die formelle Richtigkeit, nicht ob die Regelungen wirtschaftlich sinnvoll oder vollständig sind. Ein Anwalt für Unternehmensrecht in Salzburg erstellt den Vertrag inhaltlich, berät zu Klauseln und sorgt dafür, dass Ihre Interessen geschützt sind.
Kann ich die Stammeinlage als Sacheinlage erbringen?
Teilweise. Mindestens die Hälfte des Stammkapitals (5.000 €) muss bar eingezahlt werden. Die zweite Hälfte kann als Sacheinlage erbracht werden – etwa durch Maschinen, Fahrzeuge oder Rechte. Voraussetzung: ein Sacheinlagenprüfbericht, der den Wert bestätigt. In der Praxis ist die reine Bareinzahlung oft einfacher und kostengünstiger.
Was passiert zwischen Notariatsakt und Firmenbucheintragung?
In dieser Phase befindet sich die GmbH „in Gründung“ (i.G.). Sie kann bereits Geschäfte tätigen, aber die Gesellschafter haften in dieser Zeit persönlich und unbeschränkt für Verbindlichkeiten. Erst mit der Firmenbucheintragung greift die Haftungsbeschränkung. Wir empfehlen, in der Gründungsphase nur notwendige Geschäfte abzuschließen.
📌 GmbH gründen in Österreich – Das Wichtigste
1. Stammkapital seit 2024 nur noch 10.000 € (Bareinzahlung 5.000 €).
2. Gründungskosten liegen bei 2.100–5.000 € (Notar, Firmenbuch, Anwalt).
3. Der Gesellschaftsvertrag braucht individuelle Klauseln – Musterverträge schützen nicht.
4. Geschäftsführer haften persönlich bei Sorgfaltspflichtverletzung und Insolvenzverschleppung.
5. Besteuerung: 23 % KöSt + 27,5 % KESt bei Ausschüttung – Thesaurierung kann sich lohnen.
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Stand: März 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Die dargestellten Inhalte berücksichtigen die Rechtslage zum angegebenen Zeitpunkt, insbesondere das GesRÄG 2023 (BGBl I 2023/187). Für eine auf Ihren Fall zugeschnittene Beratung kontaktieren Sie uns bitte direkt.

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