Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf 2026: Tabelle und Beispiele

Beim Immobilienkauf in Österreich kommen 2026 neben dem Kaufpreis mehrere gesetzliche und vertragliche Kosten hinzu. Grunderwerbsteuer, Grundbuch, Finanzierung, Maklerprovision, Vertragserrichtung und Treuhand müssen getrennt kalkuliert werden. Seit 1. Juli 2026 ist außerdem wichtig: Die befristete Befreiung von der Eigentums- und Pfandrechtseintragungsgebühr ist für neue Grundbuchanträge grundsätzlich ausgelaufen. Dieser aktualisierte Überblick führt die Kostenblöcke zusammen: Grunderwerbsteuer, Eintragungsgebühr, Maklerprovision, Vertragserrichtung, Treuhandgebühr und Bankkosten. Drei Rechenbeispiele zeigen die gesetzlich bestimmbaren Positionen. Vertragserrichtung, Treuhand und Finanzierung bleiben bewusst individuell, weil sie vom Auftrag, vom Sicherungsbedarf und von der Bankvereinbarung abhängen.

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Was sind die Nebenkosten beim Immobilienkauf 2026, Faustformel und Übersicht

Nebenkosten beim Immobilienkauf sind alle Kosten, die zusätzlich zum Kaufpreis bis zur sicheren Eigentumseintragung und Kaufpreisabwicklung anfallen. Beim üblichen entgeltlichen Kauf beträgt die Grunderwerbsteuer grundsätzlich 3,5 Prozent. Für die Einverleibung des Eigentums fallen nach Tarifpost 9 lit b Z 1 GGG grundsätzlich 1,1 Prozent an; ein eingetragenes Pfandrecht kostet nach Tarifpost 9 lit b Z 4 GGG grundsätzlich 1,2 Prozent vom Wert des Rechts. Hinzu kommen je nach Fall Maklerprovision, Vertragserrichtung, Treuhand, Beglaubigung und Finanzierungskosten.

Als erste Budgetreserve werden bei einem vermittelten und fremdfinanzierten Kauf häufig rund 10 bis 12 Prozent des Kaufpreises angesetzt. Das ist keine gesetzliche Pauschale. Ohne Makler kann die erste Reserve oft bei etwa 6 bis 7 Prozent liegen; Pfandrecht, Vertragserrichtung, Treuhand und Finanzierungskosten bleiben aber auch bei einem Direktkauf zu prüfen. Ob die Bank einzelne Nebenkosten mitfinanziert, hängt vom Kreditangebot und der Besicherung ab und sollte nicht vorausgesetzt werden. Für eine erste individuelle Bandbreite steht der Nebenkostenrechner für den Immobilienkauf zur Verfügung.

Infografik
Nebenkosten Immobilienkauf 2026, die sechs Blöcke
Anteilige Verteilung bei einem fremdfinanzierten Kauf von 600.000 Euro
Block 1
Grunderwerbsteuer
3,5 %
vom Kaufpreis, größter Einzelposten
Block 2
Eintragungsgebühren
1,1 % + 1,2 %
Eigentum vom Kaufpreis, Pfandrecht von der Hypothek
Block 3
Maklerprovision
3 % + USt
je Seite, Höchstprovision laut ImmMV
Block 4
Vertragserrichtung
nach Vereinbarung
abhängig von Umfang und Vereinbarung
Block 5
Treuhand
nach Vereinbarung
abhängig von Sicherungsbedarf und Vereinbarung
Block 6
Bank, Bewertung, Sonstiges
nach Vereinbarung
Bewertung, Beglaubigung und Finanzierung fallabhängig
Budgetreserve 2026: Rund 10 bis 12 Prozent sind bei einem vermittelten und fremdfinanzierten Standardkauf ein brauchbarer Startwert. Erst die konkrete Vertrags-, Makler- und Finanzierungssituation ergibt die tatsächliche Summe.

Drei Beispielrechnungen, 350.000, 600.000 und 1,2 Mio Euro

Damit die Budgetreserve greifbarer wird, zeigen die folgenden Modellfälle ausgewählte Positionen. Die Werte sind gerundet und unterstellen jeweils einen entgeltlichen Kauf mit Makler und Finanzierung. Alle Maklerprovisionen sind auf Käuferseite mit 3 Prozent zuzüglich 20 Prozent Umsatzsteuer kalkuliert; bei einseitiger Beauftragung kann der Wert auch niedriger ausfallen.

Beispielrechnungen
Nebenkosten in drei Konstellationen
Eigentumswohnung, Einfamilienhaus, Anlageobjekt
Wohnung 350.000 €
Modellfall Wohnung
Grunderwerbsteuer 3,5 %12.250 €
Eintragung Eigentum 1,1 %3.850 €
Pfandrecht 1,2 % (300.000)3.600 €
Makler 3 % + 20 % USt12.600 €
Vertragserrichtungindividuell
Treuhandindividuell
Bank, Bewertungindividuell
Summe Nebenkostenabhängig
Zwischensumme: gesetzliche und konkret angesetzte Positionen; Vertrag und Treuhand zusätzlich
Haus 600.000 €
Modellfall Haus
Grunderwerbsteuer 3,5 %21.000 €
Eintragung Eigentum 1,1 %6.600 €
Pfandrecht 1,2 % (450.000)5.400 €
Makler 3 % + 20 % USt21.600 €
Vertragserrichtungindividuell
Treuhandindividuell
Bank, Bewertungindividuell
Summe Nebenkostenabhängig
Zwischensumme: gesetzliche und konkret angesetzte Positionen; Vertrag und Treuhand zusätzlich
Anlage 1.200.000 €
Modellfall Anlageobjekt
Grunderwerbsteuer 3,5 %42.000 €
Eintragung Eigentum 1,1 %13.200 €
Pfandrecht 1,2 % (700.000)8.400 €
Makler 3 % + 20 % USt43.200 €
Vertragserrichtungindividuell
Treuhandindividuell
Bank, Gutachtenindividuell
Summe Nebenkostenabhängig
Zwischensumme: gesetzliche und konkret angesetzte Positionen; Vertrag und Treuhand zusätzlich

Die Beispiele trennen bewusst zwischen gesetzlich berechenbaren Gebühren und individuell zu vereinbarenden Leistungen. Addieren Sie Vertragserrichtung und Treuhand erst nach einem konkreten Angebot. Auch Bankkosten dürfen nicht pauschal aus dem Kaufpreis abgeleitet werden. Wer knapp finanziert, sollte deshalb vor Unterzeichnung des Kaufanbots eine vollständige Kostenaufstellung mit Bank und Vertragserrichter abstimmen.

Grunderwerbsteuer, die größte Position

Die Grunderwerbsteuer nach dem Grunderwerbsteuergesetz 1987 ist regelmäßig die größte gesetzliche Nebenkostenposition. Beim klassischen entgeltlichen Kauf beträgt der Steuersatz nach § 7 Abs 1 Z 3 GrEStG grundsätzlich 3,5 Prozent; die Bemessungsgrundlage richtet sich nach § 4 GrEStG. Bei unentgeltlichen Erwerben gilt nach § 7 Abs 1 Z 2 lit a GrEStG der Stufentarif mit 0,5 Prozent für die ersten 250.000 Euro, 2 Prozent für die nächsten 150.000 Euro und 3,5 Prozent darüber. Die vollständigen Mechanismen und Berechnungsbeispiele finden Sie auf unserer Themenseite zur Grunderwerbsteuer für Käufer.

Stufentarif
Grunderwerbsteuer 2026, Tarife im Überblick
Standardsatz und Stufentarif nach § 7 GrEStG
Entgeltlicher Kauf3,5 %Kaufpreis als Regelfall
Stufe 1, unentgeltlich0,5 %für die ersten 250.000 €
Stufe 2, unentgeltlich2 %für die nächsten 150.000 €
Stufe 3, unentgeltlich3,5 %für den Teil über 400.000 €
Befreiungen nach § 3 GrEStGeng begrenztnur bei erfülltem Tatbestand

Die Befreiungstatbestände stehen in § 3 GrEStG und sind eng auszulegen. Für den erstmaligen Kauf eines Eigenheims besteht keine allgemeine Grunderwerbsteuerbefreiung. Davon zu unterscheiden ist die inzwischen ausgelaufene temporäre Befreiung von Grundbuchgebühren nach §§ 25a bis 25c GGG. Wer eine Steuerbegünstigung beanspruchen will, sollte Tatbestand, Bemessungsgrundlage und Nachweise vor der Selbstberechnung prüfen lassen.

Bei familiennahen oder teilentgeltlichen Übertragungen reicht es nicht, den vereinbarten Preis isoliert zu betrachten. Ob ein Vorgang entgeltlich, unentgeltlich oder teilentgeltlich ist und welcher Wert nach §§ 4 und 6 GrEStG anzusetzen ist, hängt von der konkreten Gegenleistung und der Erwerbskonstellation ab. Vor der Selbstberechnung sollten deshalb Vertrag, Gegenleistungen und Grundstückswert gemeinsam geprüft werden.

Eintragungsgebühren, Eigentum 1,1 % und Pfandrecht 1,2 %

Die zweite große gesetzliche Kostenposition sind die Eintragungsgebühren nach dem Gerichtsgebührengesetz. Die Eigentumseintragung kostet nach TP 9 lit b Z 1 GGG grundsätzlich 1,1 Prozent vom Wert des einzutragenden Rechts. Die Pfandrechtseintragung kostet nach TP 9 lit b Z 4 GGG grundsätzlich 1,2 Prozent vom Wert des Rechts. Die konkrete Bemessungsgrundlage ist nach den Regeln des GGG zu bestimmen und darf nicht in jedem Fall pauschal mit dem Kaufpreis oder der Kreditauszahlung gleichgesetzt werden.

Berechnungsbeispiele
Eintragungsgebühren konkret berechnet
Drei Konstellationen mit unterschiedlicher Hypothekarsumme
Kaufpreis 350.000 €Eigentum 1,1 %: 3.850 €Pfandrecht 300.000 €: 3.600 €Zwischensumme: 7.450 €
Kaufpreis 600.000 €Eigentum 1,1 %: 6.600 €Pfandrecht 450.000 €: 5.400 €Zwischensumme: 12.000 €
Kaufpreis 1.200.000 €Eigentum 1,1 %: 13.200 €Pfandrecht 700.000 €: 8.400 €Zwischensumme: 21.600 €
Weitere Gerichts- und Eingabengebühren kommen gesondert hinzu.

Praktischer Tipp: Die Pfandrechtseintragungsgebühr richtet sich grundsätzlich nach dem Wert des eingetragenen Pfandrechts. Wer die Hypothek über den tatsächlichen Finanzierungsbedarf hinaus aufbläht (etwa für künftige Renovierungen mit „Sicherheitsmarge“), zahlt am Tag der Eintragung sofort 1,2 Prozent von dieser Marge mit. Sprechen Sie mit Ihrer Bank, ob die Eintragung bedarfsgenau erfolgen kann.

Seit 1. Juli 2026 ist die temporäre Grundbuchgebührenbefreiung nach §§ 25a bis 25c GGG für neue Grundbuchanträge grundsätzlich ausgelaufen. Die Übergangsbestimmung lässt sie für Anträge weiterwirken, die vor diesem Zeitpunkt beim Gericht eingelangt sind; § 25a Abs 3 GGG enthält Sonderregeln für bestimmte spätere Eintragungen im gesicherten Rang. Eine Übersicht zum Rechtsstand nach Fristende finden Sie auf unserer Themenseite zur Grundbuchgebührenbefreiung 2024 bis 2026. Bei einem Altantrag sollten Einlangenszeitpunkt, Hauptwohnsitznachweise und Finanzierungsunterlagen geprüft werden. Für neue Anträge sind die regulären Gebühren grundsätzlich wieder in die Finanzierung einzurechnen.

Maklerprovision, Höchstsätze 2026 und Bestellerprinzip

Die Maklerprovision ist 2026 weiterhin durch die Immobilienmakler-Verordnung (ImmMV) gedeckelt: bei Kauf maximal 3 Prozent zuzüglich 20 Prozent Umsatzsteuer je Vertragsseite. Das Bestellerprinzip nach § 17a MaklerG, das seit dem 1. Juli 2023 in Kraft ist, gilt allerdings nur bei Wohnungsmietverträgen, nicht beim Kauf. Beim Immobilienkauf können Käufer und Verkäufer jeweils einen provisionspflichtigen Maklervertrag schließen. Eine Zahlungspflicht jeder Seite setzt einen eigenen wirksamen Provisionsanspruch voraus. Den vollständigen Leitfaden finden Sie auf unserer Themenseite zur Maklerprovision 2026.

Vergleich
Bestellerprinzip, Miete versus Kauf
Wer trägt die Maklerprovision 2026?
Wohnungsmiete
§ 17a MaklerG seit 01.07.2023
Besteller zahlt, meist der Vermieter.
Höchstprovision zwei Bruttomonatsmieten.
Mieter zahlt nur, wenn er selbst initiativ den Makler beauftragt hat.
Schutz für Mieter, klare Auftraggeberregel.
Immobilienkauf
Klassisches Provisionsmodell
Beide Seiten können jeweils einen provisionspflichtigen Maklervertrag schließen.
Höchstprovision 3 % je Seite zuzüglich 20 % USt.
Die konkrete Provision setzt einen wirksamen Maklervertrag und verdienstliche Tätigkeit voraus.
Achtung: Bestellerprinzip gilt hier nicht.

Wann genau die Provision entsteht, ist immer wieder Streitpunkt. Nach § 7 MaklerG entsteht der Anspruch grundsätzlich mit der Rechtswirksamkeit des vermittelten Geschäfts. Ein von der Verkäuferseite angenommenes, bereits bindendes Kaufanbot kann daher rechtlich entscheidend sein. Die Details und typische Streitfälle erklären wir in der Themenseite zur Fälligkeit der Maklerprovision. Bei gewerblichen Käufern und sehr großen Volumina spielen außerdem die Höchstprovisionsregeln nach B2B- versus B2C-Konstellation eine Rolle.

Praxistipp, Provision verhandeln Die Verordnung legt Höchstbeträge fest, keinen zwingenden Einheitssatz. Klären Sie vor der Besichtigung oder Abgabe eines Kaufanbots schriftlich, wer den Makler beauftragt hat, welche Provision vereinbart wurde und wann sie fällig wird.

Vertragserrichtung, Anwalt oder Notar?

Ein Liegenschaftskaufvertrag ist nicht allein deshalb unwirksam, weil ihn keine Rechtsanwältin und kein Notar formuliert hat. Für die grundbücherliche Durchführung müssen die Urkunden jedoch die Anforderungen des Grundbuchsgesetzes erfüllen; insbesondere sind die Unterschriften auf der Aufsandungserklärung grundsätzlich gerichtlich oder notariell zu beglaubigen. Rechtsanwältinnen und Notare dürfen Verträge errichten, die Selbstberechnung der Abgaben und die Treuhandabwicklung übernehmen. Wer den Vertrag errichtet und wessen Interessen zusätzlich geprüft werden, sollte vorab eindeutig vereinbart werden. Eine vertiefende Checkliste bietet das Fachportal zur Kaufvertragsprüfung beim Liegenschaftskauf.

Gegenüberstellung
Vertragserrichtung, Anwalt versus Notar
Kostenrahmen, Schwerpunkte, Wahlfreiheit
Rechtsanwalt
§ 16 RAO, AHK § 5 Z 1
Kostenrahmen abhängig von Kaufpreis, Umfang und Vereinbarung.
Vertragserrichtung, rechtliche Prüfung, Lastenfreistellung und anwaltliche Treuhand sind möglich.
Treuhand über das elektronische anwaltliche Treuhandbuch (eAT).
Vermögensschadenshaftpflicht laut RAO.
Notar
§ 14 NO, NTG
Kostenstruktur abhängig von Umfang und Tarif.
Vertragserrichtung, Beglaubigungen, Selbstberechnung und notarielle Treuhand sind möglich.
Treuhand über das Notar-Treuhandregister.
Beglaubigung der Unterschriften aus einer Hand.
Wahlfreiheit: Käufer und Verkäufer können sich frei einigen, kein Berufsstand hat Vorrang. Honorar ist je nach Komplexität verhandelbar.

Vergleichen Sie Angebote nach dem Leistungsumfang. Zu klären sind insbesondere Vertragsentwurf, steuerliche Selbstberechnung, Beglaubigungen, Treuhand, Lastenfreistellung, Rangordnung, Grundbuchsantrag und die Kommunikation mit der finanzierenden Bank. Bei streitigen oder atypischen Konstellationen kann die spätere Vertretungsbefugnis einer Rechtsanwältin oder eines Rechtsanwalts zusätzlich relevant sein.

Treuhandschaft, Sicherheit für Käufer und Verkäufer

Die Treuhandschaft ist beim Immobilienkauf in Österreich ein häufig verwendetes Sicherungsmodell, aber nicht in jeder Konstellation zwingend. Die Treuhänderin oder der Treuhänder übernimmt den Kaufpreis und zahlt ihn nur nach den schriftlich vereinbarten Treuhandbedingungen aus. Dazu gehören je nach Fall die unterfertigten Urkunden, die Abgabenselbstberechnung, geeignete Löschungsunterlagen, die Rang- oder Eigentumssicherung und die vereinbarte Kaufpreisfinanzierung. Die genaue Reihenfolge ergibt sich aus Vertrag und Treuhandauftrag. Die Kosten der Treuhandabwicklung hängen von Kaufpreis, Sicherungsbedarf, Lastenfreistellung, Bankabwicklung und der konkreten Vereinbarung vor Mandatsbeginn ab. Die Themenseite zur Treuhandschaft beim Immobilienkauf erklärt die Mechanik im Detail.

Ablauf
Treuhandabwicklung, Geldfluss in fünf Schritten
Vom Vertrag bis zur Eigentumsumschreibung
1
Vertragsunterzeichnung und Geldwäsche-Prüfung, Identifizierung beider Parteien nach den berufsrechtlichen Geldwäschebestimmungen und Registrierung der Treuhandschaft.
2
Käufer überweist Kaufpreis auf das Anderkonto der Treuhänderin, nicht direkt an den Verkäufer.
3
Lastenfreistellung, Pfandrechte des Verkäufers werden mit dessen Bank parallel gelöscht.
4
Grundbuchsantrag, Eigentum auf Käufer, neue Pfandrechte für die finanzierende Bank werden eingereicht.
5
Auszahlung an Verkäufer, sobald die im Treuhandauftrag vereinbarten Auszahlungsvoraussetzungen erfüllt sind, wird das Geld freigegeben.

Welche typischen Streitpunkte und Sicherungsmechanismen es bei der Praxis-Abwicklung gibt, etwa bei verzögerter Eintragung oder ausbleibender Lastenfreistellung, erklären wir auf der Themenseite zur Treuhandabwicklung mit Geldfluss und Sicherheiten. Beachten Sie zusätzlich die berufsrechtlichen Pflichten zur Geldwäscheprävention: Die Treuhänderin muss die Parteien und wirtschaftlichen Eigentümer identifizieren und Verdachtsfälle nach den gesetzlichen Vorgaben behandeln. Eine kompakte Einführung dazu finden Sie in unserem Beitrag zur Geldwäsche-Prävention in der Immobilientreuhand.

Grundbuch, Rangordnung, Lastenfreistellung und technische Gebühren

Neben den prozentualen Eintragungsgebühren können weitere Gerichts-, Eingabe- und Beglaubigungsgebühren anfallen. Eine Anmerkung der Rangordnung nach §§ 53 ff GBG kann den Rang für eine beabsichtigte Veräußerung oder Verpfändung sichern. Eine Vormerkung bewirkt eine bedingte Eintragung, wenn noch nicht alle Voraussetzungen für die Einverleibung vorliegen. Welche Sicherung passt, hängt vom Vertrags- und Grundbuchstand ab.

Zeitstrahl
Grundbuchverfahren, die wichtigsten Schritte
Vom Kaufanbot bis zur grundbücherlichen Durchführung
Tag 0, Kaufanbot unterzeichnet
Vertragsentwurf wird vorbereitet, Identifizierung läuft.
Rang wird gesichert
Je nach Fall wird eine Rangordnung angemerkt oder eine andere grundbücherliche Sicherung vorbereitet.
Vertragsunterzeichnung und Treuhandüberweisung
Käufer überweist auf das Treuhandkonto.
Lastenfreistellung nach Treuhandbedingungen
Pfandrechte der Verkäufer-Bank werden parallel gelöscht.
Eigentumseintragung und Auszahlung
Grundbuchgericht trägt Käufer als neuen Eigentümer ein, Treuhand wird ausgezahlt.

Vertiefend zur Anmerkung der Rangordnung, einer der wichtigsten Schutzmechanismen für Käuferinnen und Käufer, haben wir die Themenseite zur Rangordnung im Grundbuch aufgesetzt. Wer eine bereits belastete Immobilie kauft, sollte zusätzlich die Themenseite zur Lastenfreistellung beim Immobilienkauf studieren, hier scheitern in der Praxis viele Verkäufe an unklaren Pfandrechtsabläsen.

Versteckte Nebenkosten, Bewertung, Energieausweis, Bank

Neben den großen Blöcken gibt es eine Reihe kleinerer Posten, die in vielen Inseraten und Rechner-Tools übergangen werden. Sie addieren sich aber schnell zu mehreren Tausend Euro, besonders wenn Sie fremdfinanzieren.

Checkliste
Oft vergessene Nebenkosten
Diese Posten sollten Sie zusätzlich einkalkulieren
1
Bewertung durch die Bank: Ob und welche Kosten anfallen, richtet sich nach Kreditinstitut, Objekt und Kreditvertrag. Verlangen Sie das Kostenblatt vor Abschluss.
2
Energieausweis: Der Verkäufer muss ihn nach dem EAVG grundsätzlich rechtzeitig vorlegen und aushändigen. Die Erstellungskosten sind daher nicht automatisch Käuferkosten.
3
Finanzierungskosten: Bearbeitung, Bewertung, Kontoführung und weitere Entgelte ergeben sich aus dem Kreditangebot. Vergleichen Sie den effektiven Jahreszins und das gesetzliche Informationsblatt.
4
Beglaubigungskosten: Sie richten sich nach Urkunde, Beteiligten, Wert und Tarif. Lassen Sie diese Position im Angebot gesondert ausweisen.
5
Übergabe und Umzug: Außerhalb des engeren Nebenkostenbegriffs, in der Gesamtkalkulation aber relevant, Möbeltransport, Schlüsselservice, allfällige Sanierungen vor Bezug.
6
Versicherung und laufende Steuern: Eigenheim-Bündelversicherung, Grundsteuer (gemeindlich), gegebenenfalls Wohnbauförderungs-Rückzahlung beim Vorbesitz.

Diese Positionen lassen sich nicht seriös mit einem einzigen Pauschalbetrag abbilden. Verlangen Sie vor der Bindung an das Kaufanbot eine schriftliche Aufstellung der Bankkosten, klären Sie die Beglaubigung und trennen Sie Käuferkosten von Pflichten des Verkäufers.

Sonderfälle, Bauträger-Kauf, Share Deal, Ausländergrunderwerb

Drei Konstellationen weichen vom Standard-Schema deutlich ab und erfordern eine eigene Kostenkalkulation.

Sonderkonstellationen
Drei Sonderfälle mit eigener Logik
Bauträger-Kauf, Share Deal, Ausländergrunderwerb
Bauträger-Kauf (BTVG)
Treuhand mit Baufortschrittszahlungen, eigene Sicherungsmodelle nach Bauträgervertragsgesetz, oft Sonderpauschalen für die Vertragsabwicklung. Statt einer Treuhand-Tranche zahlt der Käufer in Etappen.
Share Deal
Statt der Liegenschaft werden Anteile an der Eigentümer-Gesellschaft übertragen. Seit 1. Juli 2025 gilt für bestimmte Anteilsübertragungen eine 75-Prozent-Schwelle; der Beobachtungszeitraum beträgt sieben Jahre. Mittelbare Beteiligungen und Erwerbergruppen können mitzuzählen sein.
Ausländergrunderwerb
In Salzburg gilt das Salzburger Grundverkehrsgesetz: Erwerber aus Drittstaaten benötigen eine grundverkehrsbehördliche Genehmigung. Die Genehmigung muss in Zeitplan, Finanzierung und Vertragsbedingungen berücksichtigt werden.

Wer eine vom Bauträger errichtete Wohnung oder ein Reihenhaus kauft, sollte sich vor Vertragsunterzeichnung mit den BTVG-Spezifika vertraut machen. Eine vertiefende Themenseite finden Sie unter Bauträger-Kauf nach BTVG mit Treuhandabwicklung und Baufortschrittszahlungen. Mandanten aus dem Ausland, die eine Salzburger Liegenschaft erwerben möchten, finden auf der Themenseite zum Ausländergrunderwerb in Österreich alle Informationen zum Genehmigungsverfahren und den zusätzlichen Kostenpositionen.

Häufige Fragen zu Nebenkosten beim Immobilienkauf

Wie viel Nebenkosten muss ich beim Hauskauf 2026 wirklich einkalkulieren?
Bei einem vermittelten und fremdfinanzierten Standardkauf sind rund 10 bis 12 Prozent eine brauchbare erste Budgetreserve. Die tatsächliche Summe hängt vor allem von Maklervertrag, Finanzierung, Vertragserrichtung, Treuhand und der konkreten Gebührenbemessung ab.
Kann ich Nebenkosten vom Kaufpreis herunterhandeln oder über den Verkäufer abwälzen?
Die gesetzlich vorgesehenen Steuersätze und Gebührensätze sind nicht verhandelbar; ihre Bemessungsgrundlage und mögliche gesetzliche Begünstigungen müssen aber richtig geprüft werden. Maklerprovision, Vertragserrichtung, Treuhand und Finanzierung richten sich nach Vertrag, Tarifgrenzen und Leistungsumfang.
Gilt die Grundbuchgebührenbefreiung im Juli 2026 noch?
Für neue Grundbuchanträge ab 1. Juli 2026 grundsätzlich nicht mehr. Vor diesem Stichtag bei Gericht eingelangte Anträge bleiben nach der Übergangsbestimmung im Befreiungsregime; für bestimmte spätere Eintragungen im gesicherten Rang enthält § 25a Abs 3 GGG Sonderregeln.

Das Wichtigste auf einen Blick

Komplettüberblick Nebenkosten 2026
Budgetreserve: Rund 10 bis 12 Prozent sind bei einem vermittelten und fremdfinanzierten Standardkauf ein Startwert, keine gesetzliche Pauschale.
Größte Position: Grunderwerbsteuer mit 3,5 Prozent (Standardsatz) plus Eintragungsgebühr Eigentum 1,1 Prozent.
Oft unterschätzt: Pfandrecht 1,2 Prozent von der Hypothek (nicht vom Kaufpreis) und Maklerprovision 3 Prozent zuzüglich USt je Seite.
Vereinbarte Leistungen: Maklerprovision, Vertragserrichtung und Treuhand anhand von Vertrag, Höchstgrenzen und Leistungsumfang kalkulieren.
Fristende: Neue Grundbuchanträge sind seit 1. Juli 2026 grundsätzlich nicht mehr von der temporären Gebührenbefreiung erfasst.
Sonderfälle: Bauträger-Kauf, Share Deal und Ausländergrunderwerb haben eigene Kostenlogik.
Zusatzkosten: Finanzierung, Bewertung und Beglaubigung nur anhand konkreter Angebote kalkulieren; der Energieausweis ist grundsätzlich Verkäuferpflicht.
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Wer die gesetzlichen Gebühren, die Finanzierung und die vertraglich vereinbarten Leistungen getrennt kalkuliert, vermeidet Lücken zwischen Kaufpreis und Gesamtbudget. Wir prüfen Ihre Kaufkonstellation, errichten den Vertrag und übernehmen auf Wunsch die Treuhandabwicklung. Bei fristgerecht vor dem 1. Juli 2026 eingebrachten Altanträgen prüfen wir außerdem, ob die Voraussetzungen der ausgelaufenen Grundbuchgebührenbefreiung nachgewiesen sind. Aktuelle Hinweise zu Immobilienrecht und Vertragsgestaltung finden Sie auch im Newsletter von Brandauer Rechtsanwälte.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Die konkreten Nebenkosten hängen von der Kaufkonstellation, der Bemessungsgrundlage und den getroffenen Vereinbarungen ab.